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HANK SCHMIDT IN DER BEEK

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BOOK
Große Happen in der 2. und 4. Dimension
Veröffentlichung Mitte April 2022
600 Exemplare, erste Auflage
56 Seiten, farbig
Hardcover, fadengeheftet mit dreifarbigem Schnitt
20 × 29,4 cm
ISBN 978-3-945900-86-4
30 Euro
Verlag Edition Taube, München/Zürich

I, II: Buchansichten Edition Taube
III: Ausstellungsansicht Kunstverein Braunschweig, 2021/2022
IV: Ausstellungsansicht Petrograd, 1915/1916

Hank Schmidt in der Beeks neues Künstlerbuch ist eine Hommage an Kasimir Malewitschs ikonische Ausstellung 0,10 aus dem Jahre 1915 in den Geschmacksrichtungen Erdbeere-Vanille-Schokolade. Ein Muss für alle Fans der Eiskulinarik, der Malerei des Konstruktivismus und des Suprematismus. Neben dem Künstlerbuch erscheint ein streng limitierter fünfarbiger Siebdruck, signiert und nummeriert.

Wie für sein letztes Edition-Taube-Buch, den rotkarierten Malerei- Klassiker „Und im Sommer tu ich malen“, hat sich Hank Schmidt in der Beek auch diesmal seine schönsten Pullover zum Malen angezogen. Diesmal seine Fürst-Pückler-Pullover, und diesmal nicht draußen, sondern drinnen in seinem Atelier, wo er folgender Überlegung nach- gegangen ist: Mal angenommen, man würde Kasimir Malewitschs Schwarzem Quadrat auf weißem Grund ebenfalls eine schöne erdbeer- vanille-schokoladene Bluse Fürst-Pückler-Art überziehen – wie würde sich dieser kleine Eingri am vielbeschworenen „Nullpunkt der Kunst“, der Keimstelle zwischen allem was sich in der Geschichte der Malerei dies- und allem was sich jenseits von ihm abgespielt hat und abspielen wird auf den Rest der Kunstgeschichte auswirken? Schwer zu sagen. Man muss es ausprobieren!

Hank hat in diesem Sinn mal einen Anfang im unmittelbar nächsten Umfeld des „Schwarzen Quadrates“ gemacht – dort wo ausgehend vom Quadrat in der östlichen oberen Ecke 1915 die konstruktivistische Malerei die Hauptsegel auf ihrer Fahrt in die gegenstandslose Welt setzte: im Malewitschraum der letzten futuristische Ausstellung der Malerei 0,10 im Chudoschestwennoje bjuro in Petrograd.

Wir freuen uns, dass das Ergebnis – 26 Fürst-Pückler-Gemälde, die zu- nächst im Sommer 2020 in der Galerie Christine Mayer in München und von Dezember 2021 bis Februar 2022 im Kunstverein Braunschweig ausgestellt wurden – nun als druckfrisches Edition Taube-Buch vorliegt!

Richard Hoeck
Mannequin (Debris), 2021
female on lightbox
polyurethan, wood, painted in reflex green
lightbox: wood, neon tubes, plexiglass
sculpture: 79 x 150 x 81,5 cm
lightbox: 30,5 x 216 x 79 cm
Installation Views at Contemporary Arts Museum Houston: © Sean Fleming

Austrian artists Richard Hoeck and Paul Renner’s new exhibition, HOUSTON, SIE HABEN EIN PROBLEM!, presents art objects, nose-to-tail cooking, and a temporary social club. Together, they exclaim “HOUSTON, YOU HAVE A PROBLEM!”—both needling and raising a glass to our belovedly sprawling and unexpected city. Encompassing unconventional ideas about food, humor, performance art, and the social potential inherent in coming together for a meal, their work offers intimate and joyous experiences of art, eating, and community. This will be the first major solo presentation of the artists’ work in an American institution. In this strangely post-pandemic, yet perhaps mid-endemic moment, CAMH welcomes you to join us physically and metaphysically to directly engage the myriad ways artists can awaken the public, reinvigorate our social relations, and craft new futures for cultural institutions.

HOUSTON, SIE HABEN EIN PROBLEM! is curated by Hesse McGraw, Executive Director. It is coordinated by Patricia Restrepo, Assistant Curator, and YET Torres, Public Programs and CAMHLAB Manager.

Richard Hoeck (b. 1965, Hall in Tirol, Austria) is a Vienna-based conceptual artist working in installation, sculpture, performance, photography, and video. Hoeck’s work explores worldviews, social conditions, and the possibilities of perception. In recent years, Hoeck has increasingly devoted his attention to the changing relationship between haptics and optics, between body and image. Together with his long-time collaborator John Miller, they use the inherent materiality of mannequins to explore bodies, surfaces, and transformation as displacement grows due to more of our life happening in the digital space. Living in New York City from 1993–1998, Hoeck received the MoMA/PS1 stipend. He has presented numerous exhibitions in both his home country and abroad, at Galerie für Zeitgenössische Kunst, (Leipzig, Germany) as winner of the Blinky-Palermo stipend; at Meyer Riegger (Karlsruhe, Germany) as well as at Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK) (Vienna, Austria) among others. Further notable shows include his presentations at the third Istanbul Biennial and the Bienal de São Paulo in 2018. Recent group exhibitions include ERSCHRECKEND AKTUELL / FRIGHTENINGLY TOPICAL at Gabriele Senn Galerie (Vienna, Austria) in 2021, COMEDY at Gabriele Senn Galerie (Vienna, Austria), Richard Hoeck & Rudolf Polanszky at Galerie Johann Widauer (Innsbruck, Austria); and Franz West – ARTISTCLUB at Belvedere 21 (Vienna, Austria). Hoeck is represented by Meliksetian | Briggs in Los Angeles, California.

MAK-Ausstellungsansicht, 2022
SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES. Raum als Medium der Kunst
Raymond Pettibon / Jason Rhoades / Hans Weigand: ASSAVER, 1999
© Hanady Mustafa / MAK

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Schindler House, Los Angeles, widmet das MAK seiner Expositur eine zeitgenössische Ausstellung, die gleichzeitig Schindlers Auffassung von Kunst, Architektur und Design im Kontext moderner Formen des Zusammenlebens reflektiert. Die Ausstellung zitiert Schindler selbst, der „Raum als Medium der Kunst“ verstand. Gezeigt werden Werke von österreichischen und internationalen Künstler*innen, die Schindlers Formensprache beleuchten und deren Positionen in die Geschichte des Hauses eingeschrieben sind. Ein Fokus liegt dabei auf ehemaligen Teilnehmer*innen des MAK-Schindler-Stipendiat*innenprogramms im MAK Center Los Angeles seit 1995, eines der bedeutendsten Artist-in-Residence Programme weltweit.
100 Years of SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES! We celebrate our satellite location in Los Angeles, the MAK Center, with an exhibition reflecting simultaneously Schindler’s conception of art, architecture, and design in the context of modern forms of coexistence.One focus is on former scholarship holders in the MAK Schindler Scholarship Program which has been running continuously at the MAK Center Los Angeles since 1995 one of the most important artist-in-residence programs worldwide.

MARKO LULIĆ

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EXHIBITION + INTERVIEW
30.03.2022 – 31.07.2022

MAK, Vienna
SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES. Raum als Medium der Kunst
curated by Bärbel Vischer

MAK-Ausstellungsansicht, 2022
SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES. Raum als Medium der Kunst
Marko Lulić, Corner (Lulić House No. 1), 2005/06
MAK-Säulenhalle
© MAK/Georg Mayer

Marko Lulić: „Raum ist in allen möglichen und erweiterten Bedeutungen Thema meiner Arbeit“

Mit der Installation Corner ist Marko Lulić Teil der Ausstellung SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES. Raum als Medium der Kunst, die das MAK zum 100-Jahr Jubiläum des Schindler House zeigt. Im Interview erzählt Lulić über Bezüge zwischen seiner Arbeit und Schindlers Werk, seine Zeit als einer der ersten Schindler-Stipendiat*innen in der MAK-Außenstelle MAK Center Los Angeles und die Magie der Megapolis.

Ihre Installation Corner (Lulić House No. 1) (2006) in der MAK-Säulenhalle ist quasi das Entree zur Ausstellung SCHINDLER HOUSE LOS ANGELES. Raum als Medium der Kunst. Wie finden Sie es, dass Ihre in der MAK-Sammlung verwahrte Arbeit als Beitrag zu dieser Jubiläumsausstellung ausgewählt wurde?

Ich freue mich, dass ich in einer Ausstellung zum Schindler House gezeigt werde. Da sie auch noch den Untertitel Raum als Medium der Kunst trägt, fühle ich mich besonders gut aufgehoben. Raum ist in allen möglichen und erweiterten Bedeutungen seit Jahren Thema meiner Arbeit. Natürlich finde ich es auch toll, wieder im MAK auszustellen, der österreichischen Institution, die mich als eine der ersten vor Jahren gezeigt und auch sehr früh begonnen hat, meine Arbeiten zu sammeln. So wurde auch Corner (Lulić House No. 1) angekauft und einige Jahre mit anderen meiner Arbeiten im MAK Tower, der MAK-Außenstelle im Flakturm im Arenbergpark, ausgestellt. Dass die Kuratorin Bärbel Vischer genau diese Arbeit für die Ausstellung ausgewählt hat, ist perfekt. Nicht nur deshalb, weil dieses Werk viele Lesarten für andere meiner Arbeiten ermöglicht, sondern weil auch indirekt Bezüge zu Schindler gegeben sind.

MAK BLOG, 31.3.2022 – https://blog.mak.at/marko-lulic/

ADRIAN BUSCHMANN

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FAIR
24.03.2022 – 27.03.2022

SPARK Art Fair Vienna
MARX HALLE, 1030 Wien
Preview & Vernissage: 24.03.2022

Adrian Buschmann
Into abgeholt, 2021
Oil on canvas
45 x 37 cm

Für den in Polen geborenen Künstler Adrian Buschmann, der in Deutschland und Österreich Malerei studierte, ist die Auseinandersetzung mit dem Schaffen anderer Maler und Künstler ein primärer Motor für die eigene malerische Praxis. Die unterschiedlich ausdifferenzierten Verfahrensweisen der Aneignung, bei denen in Grenzfällen sogar idente Kopien als Neues anerkannt werden, sind als stilbindendes Genre seit den 1980er Jahren in der bildenden Kunst anhaltend präsent. Sie kommen auch in Buschmanns Malerei zu ihrer spezifischen Anwendung. Ausgewählte angeeignete Ideen und geborgte stilistische Elemente werden bei ihm zu einem neuen Kunstwerk aufgearbeitet. Einige Motive und Repräsentationen aus der Malereigeschichte der klassischen Moderne bis hin zur Gegenwart bieten dem Künstler die Möglichkeit zum künstlerischen Handeln, indem er sie mit seiner Malereisprache und seinen Psychogrammen unterläuft und inhaltlich verschiebt. Die Serie der Portraits fügt sich hier nahtlos in die Bereitschaft einer Machbarkeit dieses Genres ein. Buschmanns Taktik könnte man demzufolge als eine Art künstlerische Komplizenschaft bezeichnen, die im Zeichen des Bewegungsdenkens von Bergson bis Deleuze steht. Sie bedeutet eine Form der Solidarität mit einer ähnlichen ästhetischen Sensibilität, die den Künstler zum miteinander Agieren bzw. zur Intervention verleitet.

Text (Goschka Gawlik) aus dem Katalog Adrian Buschmann, Georg Michael Jackson

Adrian Buschmann was born in Poland (Katowice) and is currently living and working in Leipzig and Vienna. He studied painting at the University of the Arts in Berlin.
A significant driving force for his paintings is involving focused dealing with the work of other artists and painters. By cooperating different kinds of appropriation procedures or sometimes even copies in Buschmann’s painting, he uses already existing ideas to create completely new works of art. Applied motifs are taken out of art history, reaching from classical modernism to the present art.

Buschmann’s tactics could therefore be described as a kind of artistic complicity, a form of solidarity with a similar aesthetic sensibility that encourages the artist to act together or to intervene, following the philosophical idea of Bergson or Deleuze.

Installation views at SPARK Art Fair Vienna: © Manuel Carreon Lopez

Ausstellungsansicht Infrastrukturen
Galerie für Gegenwartskunst,
E-WERK Freiburg

In der Ausstellung Infrastrukturen mit den beiden Solopräsentationen von Marc Lee und Cäcilia Brown werden Infrastrukturen im Sinne von Netzwerken und Prozessen, die Kommunikation, Transport und Ressourcenverteilung ermöglichen und steuern, auf ihre materiellen und strukturellen Aspekte befragt.

In seinen netzbasierten Arbeiten experimentiert Marc Lee mit digitalen Infrastrukturen der Gegenwart und der Zukunft, die unsere Informations- und Datennetzwerke hervorbringen und steuern. Cäcilia Brown hingegen thematisiert in ihrem skulpturalen Schaffen die zurückgelassene Infrastruktur der Moderne in den europäischen Städten. Durch den Dialog wird deutlich, wie sich Infrastruktur immer weiter in soziale und politische Systeme des täglichen Lebens ausdehnt.

In the exhibition Infrastructures with the two solo presentations by Marc Lee (CH) and Cäcilia Brown (AU), infrastructures in the sense of networks and processes that enable and control communication, transport and resource distribution are questioned in terms of their material and structural aspects.

In his network-based works, Marc Lee experiments with digital infrastructures of the present and the future that generate and control our information and data networks. Cäcilia Brown, on the other hand, addresses the left-behind infrastructure of modernity in European cities in her sculptural work. Through dialogue, it becomes clear how infrastructure extends further and further into social and political systems of everyday life.

Marina Sula
Shell Shock, 2020
Inkjet print on archival paper
36,2 x 50,2 cm
3/3 + 1AP

With works by Eleni Bagaki, Carina Brandes, Anastasia Douka, Francesco Gennari, Sophie Gogl, Lisa Holzer, Christian Jankowski, Jiří Kovanda, Soshiro Matsubara, Orestis Mavroudis, Maria Nikiforaki, Daniel Stempfer, Marina Sula and Philipp Timischl, a short film by Jørgen Leth and a hand axe; curated by Severin Dünser

In addition to fat and protein, humans primarily need carbohydrates for their metabolism. The WHO recommends a 55-75% calorie content of carbohydrates in the diet. Bread can deliver that. It is compact energy and a staple food due to its ease of manufacture, storage and transport. You need bread to function. You earn bread by working. You work so that you have something to drink, something to eat, something to wear and something to sleep in. Those who earned themselves a place to sleep can seclude. But isn’t isolation the downside of privacy? Bread also becomes hard if it lies around for too long. But if you have a stone in your stomach, you still have to digest it.

MARKO LULIĆ

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EXHIBITION
16.01.2022 – 22.01.2022

Isarparkhaus, Munich
Stromzähler #8 “Total Living
Vernissage: Sat., 15.01.2022, 16 – 22 pm

Künstler:innen:

Rosanna Marie Pondorf | Kaori Nakajima | Fumie Ogura
Gabriele Pillon | Maria Justus | Sarah Rechberger
Darja Shatalova | Lucas Buschfeld | Theresa Volpp
Mirei Takeuchi | Jasmin Eghbaly | Georgij Melnikov
Klaus Auderer | Marko Lulić | Andreas Greiner
Ferdinand Dölberg | Patrick Schabus
Philipp Messner | Sebastian Lechner
Florian Huber | Armin Keplinger
Nick Bötticher | Bernhard Lehner
Ulrich Hakel | Milan Dölberg
+ ein sehr bekannter
Schauspieler

Artists:

Rosanna Marie Pondorf | Kaori Nakajima | Fumie Ogura
Gabriele Pillon | Maria Justus | Sarah Rechberger
Darja Shatalova | Lucas Buschfeld | Theresa Volpp
Mirei Takeuchi | Jasmin Eghbaly | Georgij Melnikov
Klaus Auderer | Marko Lulić | Andreas Greiner
Ferdinand Dölberg | Patrick Schabus
Philipp Messner | Sebastian Lechner
Florian Huber | Armin Keplinger
Nick Bötticher | Bernhard Lehner
Ulrich Hakel | Milan Dölberg
+ a very well-known
actor

MICHAEL RIEDEL

Michael Riedel – „Ausstellungsansichten“

Die Ausstellung „Ausstellungsansichten“ von Michael Riedel in der Galerie Perpétuel zeigt Fotografien, die Riedels internationale Ausstellungstätigkeit dokumentieren. Die Auswahl der Abbildungen konzentriert sich dabei auf seine Re-entry Installationen, in denen fotografische Abbildungen von Ausstellungen anhand einer Fototapete in die Ausstellung selbst wieder eingefügt sind und so den dokumetarischen Vorgang als unauflösbaren Widerspruch von gemachten und nicht gemachten Werken vorführt.

Die auf Glasplatten gedruckten Ausstellungsansichten stammen aus den Jahren 2003 – 2017 und zeigen u. a. Ansichten seiner großen Museumsausstellung „CV (Curriculum Vitae)“ in der Kunsthalle Zürich, seiner Ausstellung „Neo“ in New York, die die Ausstellung seines Künstlerkollegen Neo Rauch aus David Zwirners Galerieprogramm aufgreift, sowie diverse ortsspezifische Arbeiten, für die Riedel immer wieder Messestände bühnenartig in Szene setzt. Das Format der bedruckten Glasplatten entspricht dem Schaufenster der Galerie Perpétuel, auf dem am Eröffnungsabend ein mehrstündiger Live-Print stattfinden wird.

HANK SCHMIDT IN DER BEEK

Hank Schmidt in der Beek
Die Fürst Pückler Bluse
Courtesy the artist

Der Künstler Hank Schmidt in der Beek arbeitet sich an der modernen Kunst- und Malereigeschichte ab. In umfangreichen Werk-Serien aus Malereien oder Collagen zitiert er bekannte Motive, kombiniert sie frei und kreiert gänzlich neue Zusammenhänge. All das mit einer gehörigen Portion (Selbst-)Ironie. Seine unbefangene Perspektive auf und sein kühner Umgang mit jenen Werken, von denen man sagen könnte, sie hätten einen berühmten Teil moderner Kunstgeschichte geschrieben, haben Leichtigkeit und Witz zum Effekt: wie ein Befreiungsschlag von der Bedeutungslast. Doch geht das Schaffen von Hank Schmidt in der Beek weit über die Beschäftigung im Format der traditionellen „Flachware“ hinaus: Als Dichter, Publizist, Musiker und Mitglied der Band „Das Lunsentrio“ lässt er ein vielgestaltiges Spektrum an künstlerischer Auseinandersetzung entstehen. Die Ausstellung im Kunstverein Braunschweig ist Hank Schmidt in der Beeks bislang umfassendste Präsentation, für die er zahlreiche Werke in direktem Bezug zu Braunschweig und der Architektur der Villa Salve Hospes neu entwickelt hat.

Kuratorin: Jule Hillgärtner
Kuratorische Assistenz: Klara Hülskamp

The artist Hank Schmidt in der Beek deals with the history of modern art and painting in particular. In extensive series of works consisting of paintings or collages, he cites well-known motifs, combining them freely and creating entirely new contexts — all with a healthy dose of (self-) irony. His uninhibited perspective and bold handling of works that could be said to have written a famous part of modern art history themselves produce a sense of humor and lightness, a liberation from the burden of gravitas.
But Hank Schmidt in der Beek’s work goes far beyond an interest in traditional “wall art”: as a poet, writer, musician and member of the band Das Lunsentrio, he allows a varied spectrum of artistic exploration to emerge.
The exhibition at the Kunstverein Braunschweig is Hank Schmidt in der Beek’s most comprehensive presentation to date, for which he has developed numerous works directly related to Braunschweig and the architecture of the Villa Salve Hospes.

Curator: Jule Hillgärtner
Assistant Curator: Klara Hülskamp

Greta Freist, Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassnig, Padhi Frieberger, Günter Brus, VALIE EXPORT, Heimo Zobernig, Elke Silvia Krystufek, Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl: Werke dieser und vieler anderer österreichischer Künstler_innen befinden sich in der Sammlung des Belvedere und machen die Faszination des Bestandes aus dem 20. sowie dem 21. Jahrhundert aus. Die Ausstellung Avantgarde und Gegenwart bringt eine hochkarätige Auswahl gegenwärtiger und historischer Positionen aus der Sammlung sowie aus der vom Belvedere verwalteten Artothek des Bundes in ein produktives Wechselspiel. Die Sammlung wird als ein dynamisches Gefüge von Konstellationen begriffen, das auf Kontinuitäten und Brüche, Relevanzen und Redundanzen hin befragt wird. Verschiedene Erzählstränge vermitteln Zugänge zur Kunst von den 1930er-Jahren bis heute und zeigen wesentliche Strömungen und Tendenzen auf.

Kuratiert von Luisa Ziaja.

Mit Arbeiten von:
Marc Adrian, Anna Artaker, Christian Ludwig Attersee, Josef Bauer, Herbert Bayer, Gustav Kurt Beck, Walter Behrens, Anna-Sophie Berger, Renate Bertlmann, Wander Bertoni, Lieselott Beschorner, Linda Bilda, Maria Biljan-Bilger, Kamilla Bischof, Herbert Brandl, Arik Brauer, Günter Brus, Linda Christanell, Canan Dagdelen, Gunter Damisch, Svenja Deininger, Verena Dengler, Carola Dertnig, Heinrich Dunst, Melanie Ebenhoch, Veronika Eberhart, VALIE EXPORT, Greta Freist, Padhi Frieberger, Adolf Frohner, Ernst Fuchs, Marcus Geiger, Gelatin, Bruno Gironcoli, Gottfried Goebel, Roland Goeschl, Ingeborg G. Pluhar, Lily Greenham, Eva Grubinger, Nilbar Güreş, Albert Paris Gütersloh, Maria Hahnenkamp, Rudolf Hausner, Matthias Herrmann, Wolfgang Herzig, Laura Hinrichsmeyer, Friedensreich Hundertwasser, Wolfgang Hutter, Tess Jaray, Nicolas Jasmin, Anna Jermolaewa, H+H Joos, Martha Jungwirth, Birgit Jürgenssen, Tillman Kaiser, Johanna Kandl, Barbara Kapusta, Friedrich Kiesler, Erika Giovanna Klien, Alfred Klinkan, Jakob Lena Knebl, Kiki Kogelnik, Cornelius Kolig, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz / Franz Graf, Elke Silvia Krystufek, Maria Lassnig, Anton Lehmden, Sonia Leimer, Angelika Loderer, Inés Lombardi, Sarah Lucas, Marko Lulić, Marcin Maciejowski, Dorit Margreiter, Till Megerle, Josef Mikl, Franziska Mikl-Wibmer, Marie‑Louise von Motesiczky, Ulrike Müller, Muntean Rosenblum, Agnes Muthspiel, Henrike Naumann, Hermann Nitsch, Matthias Noggler, Oswald Oberhuber, Walter Obholzer, Silke Otto-Knapp, Vevean Oviette, Wolfgang Paalen, Florentina Pakosta, Vicken Parsons, Friederike Pezold, Helga Philipp, Josef Pillhofer, Margot Pilz, Agnieszka Polska, Hilda C. Polsterer, Lisl Ponger, Peter Pongratz, Markus Prachensky, Karl Prantl, Lotte Profohs-Leherb, Florian Pumhösl, Liesl Raff, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Gerwald Rockenschaub, Gerhard Rühm, Francis Ruyter, Anna Schachinger, Ashley Hans Scheirl, Johanna Schidlo-Riedl, Alfons Schilling, Markus Schinwald, Toni Schmale, Isa Schmidlehner, Rudolf Schwarzkogler, Anne Speier, Lilly Steiner, Curt Stenvert, Alexander Stern, Ingeborg Strobl, Erwin Thorn, Philipp Timischl, Borjana Ventzislavova, Rudolf Wacker, Trude Waehner, Kay Walkowiak, Kurt Weber, Peter Weibel, Lois Weinberger, Susanne Wenger, Franz West, Ingrid Wiener, Fritz Wotruba, Erwin Wurm, Traute Zemb-Wolsegger, Robert Zeppel-Sperl, Heimo Zobernig, Feri Zotter

Greta Freist, Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassnig, Padhi Frieberger, Günter Brus, VALIE EXPORT, Heimo Zobernig, Elke Silvia Krystufek, Ashley Hans Scheirl, and Jakob Lena Knebl: Works by these and many other Austrian artists in the collection account for the allure of the Belvedere’s holdings from the 20th and 21st centuries. The exhibition Avant-Garde and The Contemporary brings a distinguished selection of contemporary and historical artistic approaches from the collection as well as from the Artothek des Bundes, administered by the Belvedere, into productive correspondence. The collection is conceived as a dynamic structure of constellations, examined for continuities and ruptures, relevance and redundancy. Through multiple narrative strands, the show provides insights into art since the 1930s and highlights key artistic currents and tendencies.

Curated by Luisa Ziaja.

With works by:
Marc Adrian, Anna Artaker, Christian Ludwig Attersee, Josef Bauer, Herbert Bayer, Gustav Kurt Beck, Walter Behrens, Anna-Sophie Berger, Renate Bertlmann, Wander Bertoni, Lieselott Beschorner, Linda Bilda, Maria Biljan-Bilger, Kamilla Bischof, Herbert Brandl, Arik Brauer, Günter Brus, Linda Christanell, Canan Dagdelen, Gunter Damisch, Svenja Deininger, Verena Dengler, Carola Dertnig, Heinrich Dunst, Melanie Ebenhoch, Veronika Eberhart, VALIE EXPORT, Greta Freist, Padhi Frieberger, Adolf Frohner, Ernst Fuchs, Marcus Geiger, Gelatin, Bruno Gironcoli, Gottfried Goebel, Roland Goeschl, Ingeborg G. Pluhar, Lily Greenham, Eva Grubinger, Nilbar Güreş, Albert Paris Gütersloh, Maria Hahnenkamp, Rudolf Hausner, Matthias Herrmann, Wolfgang Herzig, Laura Hinrichsmeyer, Friedensreich Hundertwasser, Wolfgang Hutter, Tess Jaray, Nicolas Jasmin, Anna Jermolaewa, H+H Joos, Martha Jungwirth, Birgit Jürgenssen, Tillman Kaiser, Johanna Kandl, Barbara Kapusta, Friedrich Kiesler, Erika Giovanna Klien, Alfred Klinkan, Jakob Lena Knebl, Kiki Kogelnik, Cornelius Kolig, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz / Franz Graf, Elke Silvia Krystufek, Maria Lassnig, Anton Lehmden, Sonia Leimer, Angelika Loderer, Inés Lombardi, Sarah Lucas, Marko Lulić, Marcin Maciejowski, Dorit Margreiter, Till Megerle, Josef Mikl, Franziska Mikl-Wibmer, Marie‑Louise von Motesiczky, Ulrike Müller, Muntean Rosenblum, Agnes Muthspiel, Henrike Naumann, Hermann Nitsch, Matthias Noggler, Oswald Oberhuber, Walter Obholzer, Silke Otto-Knapp, Vevean Oviette, Wolfgang Paalen, Florentina Pakosta, Vicken Parsons, Friederike Pezold, Helga Philipp, Josef Pillhofer, Margot Pilz, Agnieszka Polska, Hilda C. Polsterer, Lisl Ponger, Peter Pongratz, Markus Prachensky, Karl Prantl, Lotte Profohs-Leherb, Florian Pumhösl, Liesl Raff, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Gerwald Rockenschaub, Gerhard Rühm, Francis Ruyter, Anna Schachinger, Ashley Hans Scheirl, Johanna Schidlo-Riedl, Alfons Schilling, Markus Schinwald, Toni Schmale, Isa Schmidlehner, Rudolf Schwarzkogler, Anne Speier, Lilly Steiner, Curt Stenvert, Alexander Stern, Ingeborg Strobl, Erwin Thorn, Philipp Timischl, Borjana Ventzislavova, Rudolf Wacker, Trude Waehner, Kay Walkowiak, Kurt Weber, Peter Weibel, Lois Weinberger, Susanne Wenger, Franz West, Ingrid Wiener, Fritz Wotruba, Erwin Wurm, Traute Zemb-Wolsegger, Robert Zeppel-Sperl, Heimo Zobernig, Feri Zotter

Im Gegensatz zum Englischen ›Car Dealership‹ heisst es im Deutschen nur ›Autohaus‹. Der Ausdruck betont die Idee einer Unterkunft und lässt den Handel außen vor. Den Namen Autohaus St. Marx gibt es so nicht, er ist erfunden; er setzt sich aus drei Wörtern zusammen: Autohaus, Sankt und Marx. Zur Erläuterung: Sankt Marx ist der historische Name dieses Wiener Stadtviertels und bezieht sich auf den Evangelisten Markus.
Es besteht ein gewisser Widerspruch zwischen der Idee des Autohauses, dem Heiligen und dem, was man heute unter dem Wort Marx versteht. Die drei Begriffe verweisen in poetischer Form auf kulturhistorische Versatzstücke, und darauf, wie eigenwillig sich unsere Realität konstruiert. In der Hinsicht beschreibt es diesen besonderen Teil der Stadt sehr gut.Historisch gesehen ist St. Marx ein halbindustrielles Gebiet, in dem sich seit dem 13. Jahrhundert Lazarette und sogar Pesthospitäler befanden, um Infektionen aus der Altstadt fernzuhalten. Der Name St. Markus entstand aus den religiösen Aspekten der Fürsorge. Später, vor allem seit dem 18. Jahrhundert, wurde das Viertel zu einem Zentrum für Fleischverarbeitung, das heute unter anderem zu einem Kreativ-Zentrum modelliert wird.
Wo einst Markthallen, Schlachthöfe und Krankenhäuser standen, befinden sich jetzt größere Handelsbetriebe, Büros, großflächige Baumärkte, Lagerhäuser und eine Autobahn. Unter einer der Autobahnbrücken befindet sich ein alter Biedermeierfriedhof, auf dem sowohl Mozart als auch Josef Madersperger, der Erfinder der Nähmaschine, begraben sind—ihre Gräber sind nur schwer zu finden.Im Westen befindet sich eine Reihe traditioneller Sozialbauten aus der Zeit des Roten Wien von 1919 bis 1934. Im Osten entsteht der besagte neue Medien- und Wissenschaftskomplex namens ›Biozentrum‹, der in einem riesigen unbebauten Streifen mündet, auf dem eine neue städtische Veranstaltungshalle errichtet werden soll. Im Moment gibt es dort noch ein temporäres Programm mit kleinen Stadtgärten und eine abenteuerlich selbst gebaute Skateanlage.Die Nutzung dieses ehemaligen Autohauses für eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst macht auf seltsame Weise Sinn; es fühlt sich gut an. Die Großzügigkeit des Gebäudes ist nicht für die Kunst intendiert, was irgendwie eine Erleichterung ist. Ohne ein Urteil zu fällen, kann man sagen, dass diese spezifische Geräumigkeit und das Design mit einer anderen Art von materieller Bedeutung für das Leben der Menschen verbunden ist. Die Architektur hat eine Logik, die auf andere Gefühle, Bedürfnisse und Angebote abzielt als die Kunst. Auch wenn die Autos, die hier verkauft wurden, für die Mittel- und obere Mittelschicht(en) bestimmt waren, ist die Einrichtung industrieller als die des üblichen bürgerlichen Kunstkontexts. Autos sind höchst problematisch—eines der größten Probleme unserer Zeit. Sie sind brutal, und gleichzeitig auch toll. Sie verkörpern Macht, nicht nur durch ihre mechanische Wucht, sondern auch durch ihre schiere Menge und indem sie einen Großteil der uns umgebenden Infrastruktur konstituieren.Die Werke in der Ausstellung erben den Spuk des Kommerz, sowie die Unheimlichkeit des ideologischen Aderlasses des Gebäudes und Umdeutung seiner Umgebung. Wie die historischen Sedimente eines Sebald-Romans wirken die Arbeiten ebenso deplatziert wie heimisch in dem vormaligen Autohaus—das schon jetzt die ersten Anzeichen einer Ruine aufweist.
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Text: Benjamin Hirte
Autohaus is the German Expression for a car dealership, it means ‘a house for cars’. Focusing on the idea of shelter, the German expression leaves out the idea of trade. The exhibition title Autohaus St. Marx is made up, it is a conjunction of three words: Car Dealership, Saint, and Marx. To explain: Sankt Marx is the actual historical name of this quarter of Vienna and refers to the Evangelist Mark. However, there is a sense of contradiction between the car dealership, the saint, and what is the current understanding of the word Marx. This combination of nouns poetically hints at historico-cultural sediments and how reality is cobbled up. In this sense, the three words describe this particular part of the city quite well.
Historically speaking, St. Marx is a semi-industrial area; it has been home to lazarettos and even plague hospitals since the 13th century, to keep infections out of the old city. The name St. Markus evolved from the religious aspects of care and precaution. Later, and primarily since the 18th century, it became the main meat packing district, which is now predictably being modelled into a creative hub.Where market halls, slaughterhouses and hospitals once stood, there are now larger dealerships, offices, expansive hardware stores, storage spaces and a highway. There remains an old Biedermeier Cemetery underneath one of the highway bridges, where both Mozart and Josef Madersperger the inventor of the sewing machine are buried—both of their graves almost unmarked.To the west is a swathe of traditional social housing from the Red Vienna period of 1919 to 1934, and a new media and science building complex named ‘Biocenter’ to the east. All this ceases at a large undeveloped strip, on which a new event hall for the city will be built. For now, it is still home to an interim urban gardening program and a beautifully weird, self-made skatepark.
Using this former car dealership to show contemporary art makes an eerie kind of sense, it feels good. The generosity of the building is not intended for art, which might be a relief. Its spaciousness is imparted with a different kind of material importance to people’s lives – not judging. Its architecture has a different logic, which aims at different feelings, needs and propositions than art. Even though the cars sold here might have catered to the middle and upper middle class(es), the set-up is more industrial than that of the usual bourgeois art contexts. Cars are highly problematic—perhaps one of the biggest problems of our time. They’re brutal, and they’re also beautiful. They represent power not just through their mechanical prowess, but also by existing in incredible numbers and constituting a large part of our surrounding infrastructure. The works in the show inherit a spectre of corporateness, but also the eeriness of the ideological drain of this building and its surroundings. Like the historical sediments of a Sebald novel, they seem as out of place as they are at home within the old car dealership—which, as of now, already exhibits signs of becoming a ruin.
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Text: Benjamin Hirte
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