Michael Riedel (*1972) lebt und arbeitet in Frankfurt. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt – unter anderem im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt (2018), Kunsthalle Zürich (2017), MAK, Wien (2015), Tate Modern, London (2009), Städel Museum, Frankfurt (2009 und 2008). Die in der Gabriele Senn Galerie ausgestellten Werke sind Teil einer Serie, die auf der Grundlage von Kopien aus Büchern aus Naturkundemuseen entstand. „Bei den Vorlagen handelt es sich um Fossilien, darunter ein Flugsaurier, ein Krokodil […], aber auch ein Affe. Fossilien werden gesammelt, um die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu erforschen. Anhand von Ähnlichkeiten der Knochengerüste wurde die Theorie der Abstammung entwickelt. Michael Riedel vergrößerte die Abbildungen und montierte sie auf Archivkarton, dabei einzelne Fotografien zu Familien arrangierend. Es wurden Serien gebildet, in denen ein und dasselbe Motiv wiederholt wurde, Formate wurden unterschiedlich skaliert, Abbildungen wurden multipliziert und um jeweils 90 Grad gedreht. An die Wand gehängt zeigen sich die Schwarz-Weiß Reproduktionen als Variablen. Sie führen vor, wie sich die zugrunde liegenden Konstanten auf einem Bildträger verteilen lassen, zugleich kreieren sie eine andere, systemische Evolutionsgeschichte. Die Tüte auf dem Genitalbereich des schwingenden Äffchens ist so gefaltet, dass aus dem „blick“ ein „lick“ geworden ist, das anregt, über die Generierung neuen Lebens und Kunst nachzudenken, die die Kunstplastiktüte, in der Pinsel verpackt sind, unmöglich macht.“[1]

[1] Antje Krause-Wahl: Nullpunkt der Kreativität, in: Wagner, Matthias / Dr. Linhart, Eva (Hrsg.): Michael Riedel. Grafik als Ereignis (Kat. Ausst. Museum Angewandte Kunst, Frankfurt 2018), Frankfurt 2018, S. 122.

Untitled (Art Material_Mystriosaurus 180°), 2015
Rückseite signiert und datiert
Digitaldruck montiert auf Aluminiumwaben, Vinyl
132.1 x 151.1 x 4.1 cm (gerahmt)

Untitled (Art Material_Mystriosaurus 0°), 2015
Rückseite signiert und datiert
Digitaldruck montiert auf Aluminiumwaben, Vinyl
132.1 x 151.1 x 4.1 cm (gerahmt)

Michael Riedel (*1972) lives and works in Frankfurt. His art has been shown in numerous solo and group exhibitions – in the Museum Angewandte Kunst, Frankfurt (2018), Kunsthalle Zürich (2017), MAK, Vienna (2015), Tate Modern, London (2009) and Städel Museum, Frankfurt (2009 und 2008) among others. The works presented at Gabriele Senn Galerie are part of a series that is based on copies made from books in natural history museums. “The original motifs were fossils, among them a pterosaur, a crocodile […], as well as an ape. Fossils were collected as tools for studying the evolution of the human race. The theory of genealogy was developed on the basis of similarities between skeletons. Michael Riedel has magnified these illustrations and mounted them on archival cardboard, arranging individual photographs into families. He assembled series in which one and the same motif was repeated but scaled into different formats: illustrations were multiplied, each rotated 90 degrees. Hanging on the wall, the black-and-white reproductions are presented as variables. They demonstrate how the underlying constants can be distributed over a pictorial surface, at the same time creating a different, systematic evolutionary history. The carrier bag masking the genital region of a swinging monkey is folded in such a way that the word Blick (gaze) becomes lick. This prompts us to reflect on the generation of new life and art in a way that the art shop plastic bag holding paint brushes would prohibit.“[1]

[1] Antje Krause-Wahl: Creativity’s Zero Point of Origin, in: Wagner, Matthias / Dr. Linhart, Eva (eds.): Michael Riedel. Graphic Art as Event (exh. cat. Museum Angewandte Kunst, Frankfurt 2018), Frankfurt 2018, pp. 121-122.

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